Kategorie-Archiv: Allgemein

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Ein Jahr vergeht wie ein Moment….

…. AND I THINK TO MYSELF WHAT A WONDERFUL WORLD

Nach 333 Tagen treten wir den Heimweg an. Wieder zu Hause, fühlen sich diese eher wie acht Wochen an. 333 Tage in denen wir unglaubliches in dieser wundervollen Welt mit ihren unfassbar dummen Menschen erleben durften. Mit „unfassbar dumm“ meine ich, dass wir Menschen es bisher immer noch nicht geschafft haben zu lernen, dass es friedliche Lösungen gibt. Dass der Fremde ein Freund ist, wie wir es so oft erlebt haben. Nein, wir Menschen brauchen die Anfeindung des Unbekannten, die Illusion in einer freien Welt zu Leben, den Krieg und die Schrecken, die er mit sich bringt.
Das Meiste unserer Reise ist für mich noch gar nicht fassbar. Schaue ich meine Fotos an, bin ich fasziniert von diesen Eindrücken, dann fällt mir ein, dass ich ja dort gewesen bin. Grundsätzlich kann ich sagen, oft war alles anders als erwartet. Hier der Versuch, es in Worte zu packen:

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Essen:
Eine von Olis Lieblingsbeschäftigungen, aber beim Karaoke ist selbst dies nebensächlich. Die asiatische Küche ist reich gedeckt, mal von der Mongolei abgesehen. Kulinarisch ganz oben stehen China, Vietnam und Indien. Als Vegetarier war das Essen nicht immer einfach, aber, wenn man ein bis zwei Augen zudrückt, geht es schon. Da halte ich es dann auch aus, dass das Essen mit chicken essence oder fishsauce gewürzt ist oder die Nudeln in der Suppe eben in Fleischbrühe schwimmen. Aber zum Glück ist damit jetzt wieder Schluss!
Und die Asiaten spinnen, überall kommt Zucker rein. Je weiter man nach Süden kommt, desto schlimmer. Sogar in frische Fruchtsäfte wird Zucker gekippt. Der Tee ist eigentlich Zuckerwasser, das den Teebeutel kurz gesehen hat. Im Essen ist Zucker, im Brot ist Zucker, alles ist so süß. Kein Wunder, dass die Inder im Diabetes-Ranking ganz vorne mit dabei sind.

Verhalten:
Grob gesagt, je weiter gen Süden man kommt, desto bedeckter kleiden sich die Leute. Grundsätzlich gilt für Frauen, Schultern und Knie sind zu bedecken. Gebadet wird im Sarong oder mit Klamotten. Nur in absoluten Touristengebieten kann man davon absehen. Männer sollten sich ordentlich kleiden. In manchen Regionen gelten lange Hosen als angemessen. Wobei insgesamt die Kleidungsvorschriften bei Frauen deutlich strenger sind als bei Männern.

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Körperkontakt zwischen Paaren ist nicht erwünscht, öffentliche Küsse sind tabu. Das höchste der Gefühle ist es, den Mann am Ellenbogen zu fassen, quasi als Händchen halten. Ausnahmen bilden die moderneren Metropolen. Dort sieht man hin und wieder junge Pärchen Händchen halten. Zwischen dem eigenen Geschlecht ist Körperkontakt erwünscht, vor allem die Männer kuscheln gerne aneinander, da wurde Oli auch nicht verschont. Asiaten sind eigentlich nie alleine und sie verstehen auch nicht, dass man mal seine Ruhe haben möchte. In der Gruppe fühlt man sich wohl und aufgehoben. Daher hat auch die Familie einen hohen Stellenwert, die Eltern sind bedingungslos respektiert. Die Kinder kümmern sich weitgehend liebevoll umeinader. Da nimmt dann auch mal der Dreijährige die Eineinhalbjährige an die Hand, um ohne Erwachsenenbegleitung an der Hauptstraße entlang zu laufen. Insgesamt wird Kindern sehr früh richtig viel Verantwortung für andere Kinder übertragen.
Die Länder, in denen wir waren, sind allesamt männerdominiert. Frauen wird in der Regel höflich begegnet. So steht Mann in der Metro oder im Bus auf, um einer Frau Platz zu machen.

Viel Leben findet auf dem Boden statt. Das heißt, dass beispielsweise das Essen auf dem Boden sitzend zu sich genommen wird. Oder auch, dass man in Werkstätten oder Läden keine Tische hat, sondern den Boden nutzt. In der Regel werden die Schuhe vor der Türe ausgezogen, das gilt auch in vielen Läden.

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Uns begegnet viel Toleranz, oft sichtbar darin, dass Religionen friedlich nebeneinander existieren können. Die Nepalesen sind Meister darin, die verschiedensten Einflüsse in ihre Kultur zu integrieren. Oft lässt sich in den Ländern eine Verbindung zum Spirituellen spüren und finden.
Patriotismus begegnet uns oft, der Stolz auf sein Land verbunden mit der Bereitschaft dafür zu kämpfen, irritiert und befremdet mich immer wieder. Andererseits besteht überhaupt kein Umweltbewusstsein. Müll wird achtlos überall hingeworfen wo man ist. Egal ob im Zug, auf dem Boden oder zum Fenster raus oder auf dem Boot über die Reeling. Produkte sind oft doppelt verpackt (Kekse in der Verpackung nochmal einzeln verpackt, Schokolade nochmal in extra Aluminumpapier). Da ist es noch ein langer Weg um der weltweiten Vermüllung entgegenwirken zu können. Aber wir haben es ja schließlich auch vor nicht all zu langer Zeit gelernt.

Oft fühlt es sich an, als ob wir unglaublich berühmt wären. Uns wird zugewunken, wir posieren auf tausenden von Fotos, so als ob wir beste Freunde wären. Einen Westler zu kennen oder gar mit ihm befreundet zu sein, gilt als Statussymbol. Schön, wenn es andersrum bei uns auch so wäre. Oft werden wir mit sister/brother, uncle/aunti angeredet. Zunächst gewöhnungsbedürftig. Allerdings geht es dabei in den meisten Ländern nicht um die Nähe einer Beziehung wie bei uns, sondern um die Respektsebene.

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Grundsätzlich sind die Menschen sehr gelassen, die Laoten sind hier die Könige der Ruhe und Gelassenheit. Da heißt es einfach, sich anpassen, was uns nicht sonderlich schwer fällt. Dennoch fällt es den meisten Asiaten an sich schwer sich irgendwo geordent anzustellen, die Knäuelbildung wird oft bevorzugt. In China wird das Ganze mit dem regen Einsatz der Ellenbogen unterstützt. Hin und wieder gibt es natürlich Ausnahmen. Zudem wird Musik überall sehr geschätzt. Oft gilt die Regel, Hauptsache laut. Hier bilden die Indonesier eine Ausnahme, sie machen laut Musik, aber können meistens richtig gut singen. Amüsant für mich ist zudem, dass alles, was mehr als 500 Meter weit weg ist, „too far!“ ist. Dieser Bewegungsfaulheit steht der Hang zur sportlichen Betätigung entgegen. Sei es beim Volleyball, Tanzen, work out an „Spielplätzen“, Fußball-Tennis oder Cricket. Wer keinen Sport macht, spielt (zumeist Männer) Karten, Majong, Würfel….

Das was wir unter Haus- und Nutztieren verstehen, läuft in der Regel frei durch die Gegend und der Verkehr versucht, weitgehend Rücksicht zunehmen. Die Hähne sind die mit Abstand dümmsten Tiere, die uns begegnen. Sie krähen nicht im Morgengrauen, um den Tag zu beginnen, sie krähen sobald sie ein Auge aufmachen. Da kann man Mordgelüste bekommen. Auch was bei uns als Zimmerpflanze gilt, wächst hier einfach im Wald.
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Auch sehr krass ist, dass es fast überall Wifi gibt. Es gibt zwar keinen Strom, aber Wifi auf 4.200 Metern. Extrem viele Menschen besitzen ein Handy oder Smartphone, der Trend geht zu zwei Geräten. Permanent befindet man sich online. Es ist völlig normal, sich nebenher, also auch im Gespräch, mit dem Handy zu beschäftigen. Auch hat der Kapitalismus überall Einzug gehalten. Bekannte Mode- und Fastfoodketten lassen sich überall finden und verdrängen die kleinen, angestammten Läden.

Zudem haben die Asiaten in den heißen Gegenden einen Vollschaden, was die Betreibung ihrer Klimaanlagen angeht. Man wird regelmäßig schockgefrostet, da kann man doch nur eine Erkältung bekommen. Vermutlich hilft das beim hellhäutig bleiben. Hier gilt nämlich helle Haut als schick, daher gibt es alle möglichen Produkte mit whitening effect. Daher sind die Asiaten ja auch so irritiert, dass wir braun werden wollen.

Verkehr/Verkehrsmittel:
Gefühlt wurde der Verkehr von Land zu Land verrückter. Aber nach Indien, war alles viel entspannter. Nur noch die thailändischen Tuktukfahrer konnten uns schrecken, da sie mit ihren klapprigen Kisten soo schnell unterwegs waren. Schnell heißt allerdings so an die 50 km/h. Ansonsten ist der asiatische Verkehr, vor allem in den Städten, eher gemächlich und es war für uns kein Problem, uns auch auf dem Roller in diesem zurecht zu finden.
Das Motorrad/der Roller ist das Haupttransportmittel. Auf diesem wird alles befördert, vom lebenden, ausgewachsenen Schwein über Glasscheiben, Kranke mit Infusion im Arm bis hin zur sechsköpfigen Familie. Was nicht auf das Moped passt, wird im Bus transportiert. Kinder fahren, sobald sie die Füße auf den Boden bringen.

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Jedes Verkehrsmittel, das wir nutzen, hat seine Besonderheit, vor allem im Bezug auf die Geschwindigkeit. Flugzeug = extrem schnell irgendwo ankommen. Zumindest der Körper, ob der Kopf im selben Tempo mitkommt, ist fraglich. Alle anderen Reisearten sind meiner Ansicht nach zu bevorzugen, wenn man ein Land und vor allem die Menschen dort kennen lernen will. Wie kann man das besser als in überfüllten Zügen oder Bussen? Die langsamste Art des Reisens ist natürlich zu Fuß, was je nach Landschaft auf alle Fälle nicht zu verachten ist, genau wie die Bootsvariante.

Mitreisende/Touristen:
Der Traveller an sich wirkt in der Regel wie ein Elefant im Porzellanladen. Die wenigsten beschäftigen sich mit der Kultur, dem Land in dem sie sich bewegen. Uns begegnen viele respektlose oder naive? Reisende, die mittags mit der Pulle Bier in der Hand durch die Straßen eiern (Einheimische trinken nur in privaten Räumen oder in Restaurants/Kneipen), die nicht wissen, wie man sich in den meisten asiatischen Ländern kleidet und dabei spielt das Alter oder die Bildung überhaupt keine Rolle. Man kann sich auch unmöglich anziehen, wenn man gerade ein Auslandssemester auf Bali macht und Kultur zum Schwerpunkt hat. Zu sehen gibt es viele schulterfreie Shirts, Shirts die den Blick auf BH und Bauch frei geben oder oben ohne am Strand in Indien („warum werde ich nur so begafft???“). Zudem sehen Hotpants einfach an den wenigsten Frauen gut aus. Aber auch die männlichen Reisenden haben nicht den besten Kleidungsstil. Zerrissene, dreckige Klamotten kommen einfach nicht gut an.

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Besonders ätzend ist die Gattung „ich war schon überall, weiß wie alles läuft und hab an allem was rumzumeckern“ oder „da ist es genau so und nicht anders – nee, kann ich mir nicht vorstellen, dass es euch dort gefallen hat“ oder „Ja, das hab ich auch schon abgehakt.“ (V.a. Kurzzeitreisende in Südostasien). Warum reisen diese Menschen??? Um viel auf Facebook zu posten?
Eine besondere Erwähnung haben sich die Franzosen verdient. Egal wo, in der Regel wird man mit Bonjour gegrüßt und als erstes gefragt: „Parlez-vous francais?“. Sagt man dann auf Englisch „ja, ein wenig“, sprechen sie zum Teil für Franzosen ein richtig gutes englisch.

Statistik:
333 Tage unterwegs
148 unterschiedliche Schlafplätze
24 Schiffe
2 Boote mit eigener Muskelkraft betrieben, ingesamt ca. 200km
55 Busse
17 Minibusse/Auto
30 Züge
8 Fahrräder, davon 2 Ebikes
2 Pferde
2 Kamele
2 Dromedare
2 Elefanten
13 Roller
leider wurden es dann doch 10 Flugzeuge
Zu Fuß in den Bergen ca. 100 km und unzählige in den Städten
Ungezählte Tuktuks, Taxis, Metros (Großstädte funkionieren alle gleich), Rikshas, Ojeks und andere Fortbewegungsmittel

Leider hat sich die Datei gelöscht, in der Oli unsere Reisekilometer aufgeschrieben hat. Daher als Schätzung ca. 74 397 km
An die 30 000 Euro Ausgaben
Gefühlt hunderte Unesco Weltkulturerbestätten
Am Ende drei volle Reisetaschen und zwei volle Rucksäcke (Souvenirs sind super!)

Dreimal Magen/Darm
Dreimal Darm
Zweimal Grippe
Einmal Mittelohrentzündung
Möglicherweise ein bis zweimal Amöben
Dreimal Gehörgangsentzündung
Einmal eingedellte Trommelfelle
Einmal Aduktoren
Fünfmal Erkältung
Dreimal Karaoke
Viermal Besuch
21 Massagen
34796 Aufrufe unseres Blogs von 5116 Besuchern aus 25 Ländern

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Soziales:
Die Sozialsysteme in den besuchten Länder sind sehr unterschiedlich. Generell leben wir im Versorgungsparadis. Angefangen vom Kindergeld über Hartz IV bis hin zu 30 Tage Urlaub plus 14 Feiertage, die fünf Tage Woche nicht zu vergessen. Die meisten Asiaten arbeiten sechs oder sieben Tage und haben neben den Feiertagen (oft nicht mehr als 10), zehn Tage Urlaub. Wer ein Kind bekommt, bekommt keine Leistungen, wer krank ist, muss selbst zahlen, wer dies nicht kann wird nicht behandelt. Wer behindert ist und keine gut verdienende Familie hat, die sich einen Rollstuhl leisten kann, kriecht, zumindest in Indien, auf dem Boden. Armut begegnet uns in allen Ländern. In Gebieten, in denen es Touristen gibt, besonders heftig. In Nepal gibt es eine groß angelgte Kampane, die verkündet, dass es egoistisch ist, Kindern auf der Straße Geld oder Essen zu geben. Dies hält die Kinder nur auf der Straße, sie gehen nicht in die Schule, Hilfsorganisationen kommen nicht an sie ran, sie bleiben im Dreck und der Kriminalität der Straße, auch wenn sie erwachsen werden. Apropos Nepal: dem Land geht es nach den immernoch andauernden Erdbeben und der nun eingesetzten Regenzeit extrem schlecht. Wer noch nicht gespendet hat, kann dies bei www.waisenkind.de immer noch tun.
Im krassen Gegensatz zu der Armut die uns in Städten und auf dem Land begegenen stehen die Deutschen. Wir werfen 313 kg Lebensmittel in der Sekunde weg.

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Überall ist uns eine unglaubliche Offenheit und Freundlichkeit begegnet. Egal ob in Sibirien, in Großstädten oder irgendwo auf dem Land, wo wir planlos durch Felder geeiert sind. Da habe ich mir immer gerne vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn ein paar Chinesen oder Inder uff dr Alb durch em Bäuerle seim Acker glaufe wäred odr ind Fabrik nei gschneid wäred. Ob ihnen dort auch freundlich der Weg gezeigt worden wäre oder sie eine Fabrikführung bekommen hätten, wage ich zu bezweifeln.

Alles in allem kann ich sagen: Reisen lohnt sich, zumindest, wenn man offen ist für andere Kulturen und sich Zeit nimmt, diese kennenzulernen. Deutlich wurde dies vor allem durch unsere Kurztrips durch Kambodscha, Thailand und Malaysia. Über diese Länder kann ich nichts sagen, da wir viel zu kurz und nur an Touristenorten waren. Meist finden wir Touristen eh alles hübsch und faszinierend, was die Menschen oft als harten Alltag und Kampf ums Überleben kennen.

„Es ist ganz nett umherzureisen, zu beobachten, folklorische und kuriose Dinge zu sehen und neue Erfahrungen zu sammeln. Aber vielleicht wäre es auch ganz interessant zurückzudenken. Wenn man sich erinnern will, darf man eines nicht vergessen: Man muss irgendeinen Ort aufsuchen, an dem man sich erinnern kann. Es kommt darauf an, die Reise irgendwann zu beenden.
Warum geht man fort? Damit man zurückkehren kann, um den Ort, den man verlassen hat, mit neuen Augen und zusätzlichen Farben zu sehen. Und auch die Menschen dort sehen einen anders. Dorthin zurückzukehren, wo man begonnen hat, ist nicht das Gleiche, wie niemals zu gehen.“(Terry Pratchett)

Wir Danken Dir, dass du uns nun ein Jahr, zumindest in Gedanken begleitet hast und freuen uns Dich bald wieder zu sehen (sofern wir uns schon kennen;)) Was ab jetzt in unserem Leben passiert gibt es wieder nur direkt von uns.
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Ich sitz auf einer Parkbank, fühl mich fast wie ein Tourist

Und was entdeckt so ein Tourist, wenn er durch eine schwäbisch-hällische Kleinstadt bummelt?
Hier gibt es doch tatsächlich extra Plätze für Kinder zum Spielen. Aber man sieht Kinder auch nur auf diesen Plätzen. Sonst sieht man sie nicht. Überhaupt sieht man so wenig Menschen. Die verstecken sich wohl alle in ihren hübschen Häusern. Dabei ist es hier doch so sauber, da kann man ja von der Straße essen. Vielleicht ist es so sauber, weil so wenige Menschen draußen sind?

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Das Städtchen, in dem wir einen sogenannten homestay gefunden haben, ist sehr schick. Ganz anders als in den großen Megastädten, die wir in den letzten Monaten gesehen haben, ist es hier irgendwie so putzig, mit hübschen, alten Häuschen, Kopfsteinpflaster, schönen Kirchen und Plätzen. A propos alt: alte Menschen gibt es hier vergleichsweise viele.
Auf dem Weg mit dem Zug in ein noch kleineres Städtchen im Fränkischen, grünt und blüht die Landschaft in wunderschönen Farben. Sehr hübsch und sehr geordnet. Die Felder sind richtig groß und rechteckig und alles wirkt so aufgeräumt. Die Häuser stehen ordentlich in Reih und Glied mit Gärten ohne Gemüse und wieder ist es so ruhig. Hier dürfen wir auch an einer Begräbniszeremonie teilhaben. Sehr bewegend und traurig.

Zurück im Hällischen besuchen wir den „traditional local market“. Und hier gibt es sooo viele leckere Sachen, alles total frisch und hübsch und lecker. Wir decken uns natürlich ein mit leckerem und teurem Obst und Gemüse. Wir haben großes Glück, denn bei unserem homestay gibt es eine Supernachbarin, die uns so herzlich willkommen heißt, dass wir uns gleich wie zu Hause fühlen. Befremdlich hingegen ist die hiesige Einkaufswelt. Es gibt riesige Supermärkte, in denen einen das Warenangebot erschlägt und völlig überfordert. Zudem sind die Läden hier generell groß, hübsch sortiert und manche wirken fast leer.

Leider ist das Wetter nicht sonderlich sommerlich, so sind wir gezwungen, uns ums Auspacken von Umzugskartons zu kümmern. Das ist ziemlich uncool und ich hätte große Lust, einfach alles wegzuwerfen. So viel Zeugs bedeutet eine ganze Menge Ballast, den ich im letzten Jahr nicht vermisst habe. Seinen Hausstand auf einen Rucksack zu reduzieren, hat was!

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Aber nun ist Schluss mit Ablenkung, die Sachen wollen wieder zurück vom Dachboden in die Wohnung…
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Another journey by train

Endlich sitzen wir wieder im Zug!

Mit dem Zug durch Thailand zu gondeln, ist ein sehr nostalgisches Reisen. Man kommt sich vor, als wäre man ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt worden. Die Waggons und Bahnhöfe sind sehr hübsch und altertümlich, die Bahnmitarbeiter haben wunderschöne Uniformen mit Abzeichen an, es werden Flaggen geschwenkt und Glocken von Hand geläutet, wenn ein Zug losfahren darf und die Schaffner stanzen Herzchen in den Fahrschein, um ihn zu entwerten! An den Bahnübergängen gibt es noch Wärter, die die Schranken manuell steuern. Da jubiliert das Eisenbahner-Gen in mir mal wieder. Es ist ein bisschen wie eine Fahrt mit dem feurigen Elias, nur mit einer Diesellok.

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Doch bevor uns die Eisenbahn nach über zwei Monaten mal wieder hatte, war da ja noch unsere Kurzvisite in Kambodscha. Da wir uns in Vietnam und Laos etwas mehr Zeit gelassen haben, haben wir uns in Kambodscha auf die Hauptstadt Phnom Penh und Siem Reap mit den Tempeln von Angkor beschränkt – 7 Tage und 7 Nächte. Und diese Tempelanlagen waren einen Besuch auf jeden Fall wert. Mitten im Dschungel erwartet die jährlich etwa drei Millionen Touristen ein beeindruckendes Wunderwerk, das die Menschen vor etwa tausend Jahren geschaffen haben. Zum Teil noch richtig gut erhalten (Angkor Wat), zum Teil von der Natur wieder fast verschluckt, kann man sich hier gleich mehrere Tage satt sehen und das eine oder andere Foto machen. Ute hat es geschafft, an den beiden Tagen über 700 Bilder zu schießen!!! Wer Tomb Raider gesehen hat (und nicht nur Augen für Lara Croft hatte), der kann sich vorstellen, wie es hier aussieht – der wurde zum Teil in Angkor gedreht.

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Ein Gefühl für das Land und deren Bewohner konnte sich in so kurzer Zeit natürlich nicht einstellen – müssen wir beim eben nochmal her:-)
Auffallend war, dass v.a. in Phnom Penh viele westliche komische ältere Männer rum laufen, fast alle mit einer Asiatin im Schlepptau.

Meine Trauma-Aufarbeitung in Bagkok hat hervorragend funktioniert. Ich hatte ja so meine Bedenken, denn bei unserem ersten Kurzbesuch vor elf Jahren hat mich die Stadt in kürzester Zeit fertig gemacht. Doch nun, mit der Erfahrung von fast dreihundert Reisetagen, war Bangkok geradezu entspannend. Wobei nach wie vor gilt: die Tuk-Tukfahrer sind lebensmüde und völlig verrückt. In ihren frisierten, bunten, lauten Klapperkisten heizen sie wie die Gestörten durchs Verkehrschaos. Es gibt zum Glück andere Verkehrsmittel, man muss ja nicht mit dem Tuk-Tuk fahren, ist aber ein guter Adrenalinkick! Im Kino erwartete uns ein ganz besonderer Spezialeffekt: vor dem Film gibt es die Durchsage, sich zu Ehren des Königs zu erheben. Dann kommt ein kurzes Video über den hier glühend verehrten König und seine noch mehr verehrte Königin und erst dann geht der Film los.

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Jetzt durchqueren wir mit dem etwas flotteren Nachtzug ganz schnell Thailand, kucken uns Georgetown/Penang in Malaysia an, bevor wir in den letzten dreißig Tagen Indonesien erkunden.

Gib mir Musik

Die Rubrik Reisecharts beendet ihr stiefmütterliches Dasein ab sofort und widmet sich ihrem Bildungsauftrag.

Der Fakt, dass es in der Leserschaft doch zum Teil erschreckende musikalische Bildungslücken gibt, hat uns dazu veranlasst, diese zu schließen. Es soll niemand mehr sagen können, „was ist denn ‚I fahr Daimler‘ für ein Lied“ oder „wo ist denn Nischni Nowgorod“? Ab jetzt gibt es das Lied zum Blogartikel immer hier.

Wir hängen derzeit im Süden von Laos auf einer der 4000 islands herum und ertragen die Hitze mit kühlen Getränken, hin und wieder einem Bad im Mekong und eben mit Musik!

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Eine Muh, eine Mäh, eine Tätärätätäää

Delhi ist laut, dreckig, chaotisch, riesig und faszinierend! Wir erleben  in den ersten 24 Stunden (fast) alles, was diese Megastadt so ausmacht.
Viele Muhs, die überall rumstehen, einige Mähs, die an den Straßenständen am Grill brutzeln und zu viele Tätärätätäääs, die an jedem Fahzeug installiert sind und die ganze Stadt in ein einziges Hupkonzert tauchen.

Los geht es eigentlich schon mit der Zugfahrt von Bareilly (erste Stadt nach der nepalesischen Grenze mit Bahnhof). Es wird dringend empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen und feste Plätze zu reservieren. Da wir beides nicht tun, finden wir uns in einem überfüllten Waggon wieder, werden aber sofort eingeladen, uns hinzusetzen. Auf einer Sitz-Liege-Pritsche, die eigentlich für 2-3 Personen gedacht ist (mit Reservierung), sitzen wir also inmitten freundlicher Menschen, teilweise zu fünft. Wir lernen unter anderem Sunny kennen, einen jungen Sikh, der sich uns annimmt und auch nach Delhi fährt. Er gehört der obersten Kaste an und versorgt uns mit vielen Überlebenstips, von Kamerareparaturshop bis „Vorsicht vor den Bettlern und vor Betrügern“. Außerdem gibt er uns seine Handynummer falls wir bei irgendwas Unterstützung brauchen.

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Da wir sportlich ambitioniert sind, haken wir in den ersten zwei Tagen die wichtigsten Touristenfallen ab, vor denen die Reiseliteratur warnt:
★ Sich in ein government tourist office lotsen und was andrehen lassen (special feature Szene 11)
★ Sich von netten Fremden anquatschen lassen, die einem nur helfen wollen, dann im Tuktuk sitzen und zum government tourist office gefahren werden. Da wir dem aber vehement widersprechen steigen wir irgendwo aus uns laufen voll bepackt durch Delhi, wo uns wieder total nette Menschen anquatschen…..
★ sexuelle Belästigung in der Metro, Ute wird in der Metro am Hintern begrabscht und brüllt den halben Zug zusammen.
★ in ein Tuktuk steigen, in dem zwei sitzen und hinterher den doppelten Preis bezahlen
★ sich von Schuhputzer die Schuhe schwarz anmalen lassen, anstatt sie gesäubert zu bekommen
★ glauben, was einem erzählt wird, siehe Special Feature Szene 12

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Neben dem Erproben der Touristenfallen haben wir noch einige organisatorische Dinge zu erledigen, daher bleibt wenig Zeit fürs Sightseeing. Aber dafür haben wir ja dann nach Weihnachten Zeit, wenn Doro und Dani drei Wochen mit uns reisen:-)

Für die Weihnachtstage suchen wir uns einen ruhigeren Ort und werden in Lansdowne, im Nordosten Indiens in den Bergen, fündig. Und hier gibt’s fast keine Tätärätätäääs!

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Als kleines Weihnachtsgeschenkle haben wir ganz viel auf der Seite aktualisiert. Es gibt aktuelle Bilder, neue Specialfeatures, aktualisierte Reisepläne, …

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Frohe und gesegnete Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Sitting, waiting, wishing

Tja, so ist das, wenn man im Dschungel wilde Tiere finden will. Man braucht Geduld und Glück.

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Und im Bardia Nationalpark hatten wir beides. Glück, weil wir einen echten bengalischen Tiger gesehen haben – etwa 200 m von uns weg hat er den Fluss überquert. Außerdem Krokodile, Wild, Vögel und viele Affen. Und Geduld, weil wir auf Nashörner und Elefanten gewartet und uns gewünscht haben, dass sie auftauchen, vergeblich.

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Trotzdem war unser Dschungeltrip sehr aufregend. Wir waren natürlich zu Fuß unterwegs, da hat man die beste Chance, die wilden Tiere zu sehen, aber es sind halt wilde Tiere, die überall auftauchen können – Adrenalin! Unser Guide war sehr gechillt. Er hat uns gezeigt, wie wir mit unseren Bambusstecken die Nashörner schlagen sollen, falls sie uns angreifen. Und am besten kein Rot tragen, denn dann denken sie man ist ein Tiger und greifen an. Na dann, alles klar!
Und wenn ein Tiger zu nahe auftaucht, am besten nicht bewegen – o.k?

Das Teraigebiet im Westen Nepals ist sehr arm, ländlich geprägt und sehr ursprünglich. Touristen kommen nicht in Massen in das Gebiet, weil es sehr weit weg von den Tourismuszentren liegt und man eine lange Busfahrt auf sich nehmen muss, um es zu erreichen. Für uns war das die Chance, sehr viel von der Kultur und dem Leben dort zuerfahren. Der eine Bruder unseres Guesthousebetreibers ist der Schuldirektor, der andere ist Guide im Nationalpark. Die beiden nahmen uns unter ihre Fittiche und führten uns überall herum, natürlich „durften“ wir auch in der Schule unterrichten – oder uns zumindest vorstellen, wir waren ja die Dorfattraktion!

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Leider gab es für einen Schweden, der eine Gruppenreise plant, einen local Tharu Dance. Inklusive Blumengirlande und mittanzen. Das Ganze gab es zwei Tage spaeter nochmal, fuer indische Touristen. Nur diesmal waren die Tharudancer juenger und Ute bekam einen Rock zum mittanzen, seeehr zu ihrer Freude. Das Hostel hat das so arrangiert, dass unser Essen gerade dann fertig war, wenn die jeweilige Gruppe angefangen hat mit ihrer Performance….

Insgesamt erlebten wir 5 Tage voller Herzlichkeit und Abenteuer, bevor wir Nepal auf Wiedersehen sagen und das Abenteuer Indien starten. Ein wunderschöner Abschluss!

…und einen Rostov-Gin stellt man vor jeden hin…

… an Nischi Novgorod fahren wir mit etwas Abstand vorbei, aber durch Rostov fahren wir durch! (für alle Nicht-KjGler ergibt das wahrscheinlich keinen Sinn — > Bildungslücke)

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Rostov Hauptbahnhof

Transsib fahren ist ein bisschen so wie Liegewagen fahren mit der DB in den Achtzigern. Die Sitzbänke in schmucker roter Lederimitatoptik, hübsch geflochtene Gepäcknetze und alles ein bisschen alt, natürlich auch die Toilette. Haben ein Viererabteil gebucht, sind aber zumindest drei von vier Nächten in trauter Zweisamkeit, das ist sehr entspannt. Da schmeckts dann auch gleich richtig gut.

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Entschleunigung ist wieder angesagt, denn in den nächsten 86 Stunden ist unsere Hauptbeschäftigung: aus dem Fenster schauen. Wir durchqueren schier unendliche Weiten, Birken- und Kiefernwälder, blühende Felder in allen Farben, Moorlandschaften, die das Gelände im Sommer unüberquerbar machen. Hin und wieder sehen wir kleinere Siedlungen, die immer einfacher werden, je weiter wir östlich fahren. Und dann gibt es zum Glück immer wieder Bahnhofsstopps von 20-45 Minuten,  um sich die Beine zu vertreten und die Fliegenden Händlerinnen zu bewundern, die ihre Waren aus dem Garten und aus dem Backofen, der Fritteuse oder dem Räucherofen anbieten (Pirogen mit Kartoffeln, Kraut, Hackfleisch, …, Fisch, Obst und Gemüse)
Da die Transsib quasi die Lebensader nach Osten ist, sind an der Strecke auch richtig große Städte wie Ekatarinenburg, Omsk, Perm, Novosibirsk, … zu sehen. Wir nehmen uns aber nicht die Zeit, diese Städte genauer anzuschauen, wir müssen weiter, immer weiter durch Sibirien.

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Und wen findet man außer dem Schwaben überall auf der Welt? Den rheinischen Kegelclub. Sechs trinkfeste Jungs zwischen 60 und 70, die kaum zu überhören und auf keinen Fall zu übersehen sind. Unter anderen mit dabei: Manni, der Kumpel vom Busfahrer des VfB, deshalb auch im Schwabendress unterwegs – herrlich schräg.
An die weiterrückende Zeitverschiebung können wir uns auch gemächlich gewöhnen, in Irkutsk haben wir 7 Stunden Vorsprung vor Deutschland,  in Moskau waren wir nur bei 2. Nur die Uhrzeit der Bahn geht in ganz Russland nach Moscowtime.
Am letzten Abend gesellt sich Roman, businessman aus Tajset, zu uns,  der geschäftlich nach Irkutsk muss. Sprachlich ist es eher holprig, aber da wir bereits das Kartenspiel Durak kennen, können wir uns von ihm abzocken lassen. Schöne Völkerverständigung! Die Russen sind generell sehr entspannt, wenn es eine Grünfläche gibt baden sie sich gerne in der Sonne und im Zug ziehen sie praktisch sofort ihre  Straßenkleidung aus und werfen sich in Hammelfleisch (Grüße an Mischa, blöde Worterkennung) ich meinte Gammellook.
Am nächsten Morgen ist der lange Transsib-Trip dann auch vorbei, nach 5185 Kilometern erreichen wir Irkutsk, puh!
Also es lässt sich festhalten: Reisen mit der russischen Bahn ist absolut empfehlenswert, v.a. in den Schlafabteilen.