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Probiers mal mit Gemütlichkeit

Und das tun wir vom ersten Tag an bis zum letzten in Laos. Zu Beginn lernen wir gleich die Trinkkultur bei Feierlichkeiten kennen. Beerlao ist das einzige laotische Bier und sogar trinkbar. Bei Festen halten sich die Frauen ans Bier, die Männer an den Lao Lao (Reiswhisky). In der Regel wird auf Ex getrunken. Der Kasten Bier steht unterm Tisch (auch, wenn man außer Haus feiert ist immer mindestens ein Kasten dabei, auch wenn man nur zu zweit ist), es wird in ein 150 ml Glas eingeschenkt und da man die Massen an Bier mangels Kühlschränken nicht kühlen kann, kommen Eiswürfel dazu. Dann zuprosten und weg damit, nächste Runde. Was für ein Glück, dass wir am Frauentisch saßen. An Pi Mai wird das genauso zelebriert, nur fängt man da bereits am Vormittag an.
Beerlao ist gefühlt der Hauptsponsor für jedes Restaurant, Café oder Übernachtungsdomizil, fast vor jedem prangt ein Beerlaoschild mit dem Namen des Etablissements.

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Die orange gekleideten Mönche sieht man hier wieder häufiger, da es fast überall Klöster gibt, auch in eher kleineren Dörfern. Die meisten sprechen ein sehr gutes Englisch. Zudem sind die Laoten noch etwas spiritueller als die Vietnamesen. Die Altäre für die Geister sind häugfiger sichtbar, auch beispielsweise an großen Bäumen oder Wasserfällen. Laoten scheinen, Fussballtrikots zu lieben. Es gibt sie in allen möglichen kreativen Varianten und gefühlt trägt jeder 3. eines davon.

Die Laoten sind unglaublich entspannt, sie können immer und überall schlafen (z.B. auf dem Markt, wenn sie eigentlich was verkaufen sollen), hängen gerne in der Hängematte und lassen alles mit Ruhe angehen. Dem gegenüber stehen die jungen zielstrebigen Laoten, die wir kennenlernen durften. Sie kommen mit 15 oder16 aus ihrem Dorf in die Stadt, um Englisch zu lernen und somit eine bessere Zukunft zu haben. Sie suchen den Kontakt zu Touristen, um ihre Sprachfertigkeiten zu trainieren und auszubauen. Ein 16-jähriger, der in einer Kneipe arbeitet und seinem Chef erzählt er sei 18, geht 6 Tage die Woche in die Schule, dann arbeiten, um sich die Schule und zusätzliche Stunden in Englisch zu finanzieren. Sonntags hat er Englischkurs und arbeitet oder übt mit Touristen. Er hat vor 5 Monaten angefangen die Sprache zu lernen und spricht fast fließend. Sehr beeindruckend. Auch ist er einer der jungen Laoten, der Big Brother Mouse (siehe „In the summertime“) zu Gute kommt. Zusätzlich lernt man dann noch Chinesisch und Französisch nebenher.

Oft wirkt der Gesichtsausdruck der Laoten verschlossen. Vor allem Mädchen und Frauen schauen sehr ernst. Lächelt man sie allerdings an, so geht ein herzerwärmendes Strahlen über das Gesicht, was einen förmlich überflutet und einen dieses Volk sofort ins Herz schließen lässt. Apropos Volk. Laos besteht aus drei großen Volksstämmen. Den Khmer, Tai und Hmong. Jeder der Stämme hat seine eigene Geschichte und Kultur und wir werden oft darauf hingewiesen, welchem Volksstamm der Gesprächspartner angehört. In den Dörfern sieht man noch oft die traditionelle Bauweise der Häuser. Diese stehen auf Stelzen und die Wände sind aus Holz oder meist aus Bambusmatten. Mittlerweile sieht man aber auch immer mehr Häuser aus Stein bzw. es werden viele neu gebaut.

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Der Wohlstand hält irgendwie Einzug. Wie und woher haben wir nicht herausgefunden. Deutlich ist nur, dass es viele fette Autos gibt, vorzugsweise SUVs oder Pick Ups. Letztere sind für Pi Mai außerordentlich wichtig, zum cruisen und für die Wasserschlachten.
Der Regierung sind die zum Teil entlegenen Dörfer ein Dorn im Auge. Daher wird zwangsumgesiedelt. Bis vor kurzem gab es keine Entschädigung für die betroffenen Familien. Anfangs des Jahrtausends wurde der Opiumanbau verboten, viele Bauern standen vor dem Abgrund und sie mussten in die Städte umsiedeln. Findet heutzutage die Umsiedlung aufgrund eines Dammprojektes statt, so wird kurzerhand ein Retortendorf gebaut. Die Dammprojekte verändern das Land, das Leben der Fischer. Vor allem Thailand und China sind die großen Investoren und Profiteure dieser Anlagen. Und der große Bruder China kümmert sich natürlich völlig uneigennützig um den kleinen Bruder Laos. Ganz anders der Westen, der fordert für die Entwicklungshilfe tatsächliche Weiterentwicklung. China ist das egal, Hauptsache es gibt Profit.
Schon in früheren Zeiten gab es ausländische Einflüsse, noch deutlich sichtbar sind die der Franzosen (Französische Beschriftungen auf Gebäuden, Liebe zu Pétanque und Baguette). Zudem gibt es auch richtig viele französische Touristen, die einen zur Begrüßung immer auf französisch ansprechen. Entweder Boujour oder Parlez-vous français? Komisches Volk.

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Apropos Touristen. Die gibt es seit Vietnam im Schnitt viel mehr als bisher auf unserer Reise – gewöhnungsbedürftig. V.a. da einige nicht wissen (wollen) wie man sich in einem asiatischen Land benimmt bzw. kleidet. Da könnt ich mich aufregen. Wer hat eigentlich behauptet, dass Hotpants oder Muskelshirts (heißen die so?) immer angemessen sind und gut aussehen?!? Auffallend ist, dass man immer wieder die selben Leute trifft, was hin und wieder sehr erfreulich ist.

In Laos begegnet uns zum ersten Mal dauerhafte Hitze. Die meisten Felder liegen brach, sind braun und ausgetrocknet oder frisch abgefackelt. Auffallend ist auch, dass fast alle Hänge bewirtschaftet sind, oft mit Monokulturwäldern. Allerdings blühen sehr viele Bäume, die Nationalblüte Champa ist oft zu bewundern. Auffallend ist, dass den Katzen die Schwänze gebrochen und/oder abgeschnitten werden. Warum? Keine Ahnung.
Der Indochina Krieg fällt einem nicht überall auf die Füße wie in Vietnam. Allenfalls in Kriegskunst mit den alten Bombenhülsen oder in Form von Schmuck oder Besteck, die aus dem Metall hergestellt werden. Dennoch wurde dieses Land ebenfalls heftig bombadiert, da der berüchtigte Ho Chi Minh Pfad sich auch im Süden durch das Land schlängelt. Hier sollte man auf keinen Fall ausgetretene Pfade verlassen, denn es gibt noch viele Tonnen von Blindgängern im Dschungel.

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This is the New Year

Es ist wieder Neujahr!

Uns war echt nicht bewusst, zu welch unterschiedlichen Zeiten das neue Jahr in der Welt gefeiert wird. Mittlerweile heißt es für uns zum vierten Mal „Happy New Year“, obwohl wir doch erst seit neun Monaten unterwegs sind!
Zum ersten Mal haben wir in Nepal „Tihar“ gefeiert, das war im Oktober. Dann feierten wir am 31.12. zum zweiten Mal, diesmal Silvester in Indien. Das dritte neue Jahr „Tet“ begingen wir in Vietnam im Februar. Und nun also nochmal in Laos, „Pi Mai“.
Hier ist der Beginn des neuen Jahres gleichbedeutend mit Großputz. Es werden rituell an drei Tagen die Buddhastatuen mit Blütenwasser gewaschen und in den Klöstern und Tempeln Opfergaben für ein erfolgreiches neues Jahr dargebracht.

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Außerdem macht man auch zu Hause Großputz und, wenn man schon dabei ist, werden alle Leute mit Wasserpistolen, Schalen, Eimern, Schäuchen, Wasserbomben, … auch noch „gewaschen“.Beliebt ist auch die Verwendung von Puder, dass sich das Waschen auch lohnt. Das öffentliche Leben steht an diesen Tagen still. Man sitzt mit Freunden und der Familie vor dem Haus und feiert. Jeder, der vorbeikommt, wird zuerst gewaschen und dann zum Essen und Trinken eingeladen. Dazu hört man den ganzen Tag wahnsinnig laut Musik. Gruppen, hauptsächlich Jugendliche, cruisen, mit Wassertonnen auf Pick Ups durch die Straßen und liefern sich Wasserschlachten. So ein Riesenspaß! Und das legendäre Beer Lao fließt in Strömen.

Für uns ist Neujahr die letzte Sehenswürdigkeit in Laos, bevor wir nochmal einen kurzen Abstecher nach Vietnam machen, um anschließend nach Kambodscha weiterzureisen. Und die Feierlichkeiten genießen wir gleich an drei Orten, da wir mit dem Motorrad eine Rundtour machen. Den Vorabend erleben wir in Tat Lo, einem kleinen Dorf auf dem Bolaven-Plateau. Hier ist die Kaffeehochburg des Landes und wir bekommen Einblicke bei einer Führung auf einer Organic Farm. Sehr faszinierend wie aufwändig es ist, guten Kaffee zu produzieren. In Tat Lo selbst gibt es wunderschöne Wasserfälle und viele Wasserbecken, die zum Baden und zum Springen einladen.

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Vielleicht sind hier deshalb so viele Menschen zum Neujahr feiern, es ist ein bisschen, wie auf einem Jahrmarkt. Dann geht es weiter in die Stadt, nach Pakse. Was uns erst jetzt so richtig bewusst wird ist, dass an den Durchfahrtstraßen auch alle Durchreisenden gewaschen werden, so ist unsere Fahrt sehr nass! In Pakse steht der Verkehr zum Teil still, da die Wasserschlachten sehr ausgiebig zelebriert werden. Mehr Bilder zu diesem ganzen Spektakel wie immer hier!

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Dann geht es mit dem Bus weiter nach Attapue und wir dürfen erleben, dass auch Busse angehalten werden, damit die Insassen gewaschen werden können. In Attapue angekommen, streifen wir ein wenig durch die Straßen und werden eingeladen, mit ein paar jungen Familien zu feiern, später geht es zur Beer Lao Base, um noch ein bisschen mit Unterstützung der DJs weiterzufeiern – als höfliche Gäste nehmen wir natürlich auch diese Einladung an…
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Gib mir Musik

Die Rubrik Reisecharts beendet ihr stiefmütterliches Dasein ab sofort und widmet sich ihrem Bildungsauftrag.

Der Fakt, dass es in der Leserschaft doch zum Teil erschreckende musikalische Bildungslücken gibt, hat uns dazu veranlasst, diese zu schließen. Es soll niemand mehr sagen können, „was ist denn ‚I fahr Daimler‘ für ein Lied“ oder „wo ist denn Nischni Nowgorod“? Ab jetzt gibt es das Lied zum Blogartikel immer hier.

Wir hängen derzeit im Süden von Laos auf einer der 4000 islands herum und ertragen die Hitze mit kühlen Getränken, hin und wieder einem Bad im Mekong und eben mit Musik!

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In the summertime

…when the weather is hot, schwitzen wir schon beim Nichtstun (haben gerade bis zu 38 Grad). Also können wir uns auch gleich ein bisschen bewegen.

Die letzten etwa 120 Kilometer am Nam Ou Fluss legen wir größtenteils mal wieder mit dem Kanu zurück, diesmal mit einem 2-Personen-Kajak und mit Guide (der gerne Geschichten über Todesfälle von Touristen erzählt). Die Landschaft ist fantastisch, denn in dieser Region ragen Karststeinberge steil empor und wir paddeln auf dem Fluss mitten hindurch. Ein bisschen schweißtreibender wird die Fahrt noch dadurch, dass gerade die Zeit ist, in der die Laoten ihre Felder abbrennen oder durch Brandrodung neue Felder gewinnen. Die Hitze der Feuer staut sich in den Tälern, die Sonne scheint nur milchig durch den Rauch und ein Ascheregen begleitet uns während der Tour.

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Natürlich gehen wir auch mal wieder Baden, wir sind ein bisschen zu mutig in einer Stromschnelle. Dieses Mal ist aber alles sehr gut und wasserdicht verpackt!!! Kurz vor Luang Prabang erreichen wir den Mekong, der uns mit einer heftigen Strömung und vielen Strudeln ziemlich ruppig empfängt, aber immerhin müssen wir nicht mehr soviel paddeln, bei dieser Fließgeschwindigkeit.

In Luang Prabang entdecken wir die Backstreet Academy, die interessierte Touris (also uns) zu Einheimischen vermittelt, die ihnen etwas von ihrem Können beibringen. Und so lernen wir vom Schmied, wie man aus alten LKW-Federn Messer schmiedet. Sauanstrengend, mit dem dicken Hammer immer auf den Stahl einzuhauen!
Außerdem können wir nun Reiswein herstellen. Haben wir in einem anderen Dorf von einer Khmer-Familie gelernt – Prost!

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Und wir besuchen Bigbrother-Mouse. Nein, das ist keine Reality-Show mit Nagetieren, sondern ein Projekt, das laotische Kinder fürs Lesen begeistern will. Da es bisher keine laotischen Kinderbücher gab, hat das Projekt Menschen gesucht, die Kindergeschichten kannten und sie angeleitet, diese Geschichten aufzuschreiben. Dadurch gibt es nun schon einige junge, laotische Schriftsteller, Cartoonisten, … und eben viele Bücher für Kinder. Ein sehr beeindruckendes Projekt, das nun Touren in Dörfer macht, und dort zu Lesepartys für Kinder einlädt und Bücher verteilt. Bei mehr Interesse kann man sich unter www.bigbrothermouse.com informieren.

Außerdem folgen wir dem Tipp eines jungen Briten, der uns freudestrahlend von einem Mahout-Training-Day erzählt hat. Also melden wir uns dazu an, einen Tag mit Elefanten zu verbringen. Wir freuen uns schon total darauf, in Kontakt mit diesen beeindruckenden Tieren zu kommen, sie zu füttern, über sie zu lernen, sie zu baden und abzuschrubben, ein paar Kommandos zu erlernen, um sie zu kontrollieren und kommen freudig und gespannt beim Elephantcamp an. Und dort erleben wir… nichts davon, was wir uns vorgestellt haben! Wir werden auf den Elefanten gesetzt, reiten eine Runde durch den Wald. Dann „lernen“ wir fünf Befehle, wie wir den Elefanten steuern und reiten nochmal die gleiche Runde durch den Wald. Die Befehle brauchen wir natürlich nicht, der Elefant läuft sowieso jeden Tag mehrmals genau den gleichen Weg. Dann gehen wir auf den Elefanten baden. Die Elefanten haben eigentlich keine große Lust dazu, aber es gehört ja zum Programm. Im Wasser springen die Mahouts den Elefanten auf dem Rücken rum, damit sie mit uns untertauchen – das zweifelhafte Highlight des Trainings. Zum Glück ist diese Erfahrung kurz danach auch vorbei. Wir bringen die Elefanten zurück in den Wald, dort werden sie wieder angekettet und wir fahren nach Hause. Für die Elefanten ist der Arbeitstag vorbei und am nächsten Tag passiert wieder das gleiche. Hinterher müssen wir uns eingestehen, dass wir doch etwas naive Vorstellungen von dem Elefantentraining hatten. Wir haben ein sehr realistisches Bild gesehen, wie hier auf dem Rücken der Tiere und ihrer Mahouts eine Menge Geld gemacht wird – mit so Leuten wie uns!

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Seit Luang Prabang sind wir auf der Traveller-Hauptroute durch Laos und spätestens einen Ort weiter, in Vang Vieng, ist mal wieder Fremdschämen für westliche Touristen dran. Es ist immer wieder erschreckend, wie naiv und gleichgültig sich Touristen benehmen! Ohne Respekt vor den Sitten und Regeln des bereisten Landes, feiern sich die Westler durch die Welt. Da fehlen einem die Worte. In allen Reiseführern, in Hotels und Guesthouses, überall wird darauf hingewiesen, dass man sich in Laos als Frau nicht zu knapp bekleidet zeigen sollte. Dies gilt als unhöflich und respektlos. Aber was kümmert das schon die Partymäuschen aus dem Westen. Schließlich wollen sie doch möglichst nahtlos gebräunt nach Hause kommen und sich den begattungsfreudigen Männchen ordentlich sexy präsentieren. Und die hormonüberfluteten Westlerjungs müssen sich natürlich richtig viel Mut ansaufen, um die Mädels zu beeindrucken. Awesome, you know! Zum Glück haben wir zum übernachten eine Farm gefunden, die außerhalb des Partyortes liegt. Und hier gibt es fantastisches Essen aus eigenem Anbau, unter anderem Ziegenkäse und alles Mögliche aus Maulbeeren – wie lecker!

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Der Minibus – in Laos gibt es leider keine Züge – bringt uns nach Vientiane, in die Hauptstadt. Denn da wir bisher im Norden so getrödelt haben, müssen wir unser Visum verlängern, und das geht am besten hier. Und Vientiane präsentiert sich hübscher, als erwartet. Mit vielen buddhistischen Tempeln und Klöstern liegt es am Mekong, der die natürliche Grenze zu Thailand bildet. Und die Stadt versprüht aufgrund der Kolonialzeit französischen Charme, durch kleine Cafés und leckere Restaurants. Abends wird die Hauptstraße gesperrt, damit die Bewohner sie zu sportlichen Aktivitäten nutzen können. Und so hat man das Gefühl, die ganze Stadt trifft sich zum Walken, Joggen, Schattenboxen und um den Sonnenuntergang anzuschauen. Außerdem gibt es einen Nachtmarkt, auf dem wir das eine oder andere Schnäppchen machen.

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Für uns steht nun mal wieder eine längere Busfahrt an, denn wir „überspringen“ Zentrallaos und fahren direkt in den Süden nach Pakse. Zum Trekking in Zentrallaos ist es einfach zu heiß. 36 Grad und es wird noch heißer…
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Auferstanden aus Ruinen

… und der Zukunft zugewandt. Trotz des unglaublich heftigen und vernichtenden letzten Krieges oder vielleicht gerade deswegen noch umsomehr, ist Vietnam ein stolzes und aufstrebendes Land. Überall sind Flaggen zu sehen, vermutlich nicht nur wegen des Jahreswechsels. Besonders an der Grenze zu China ist kein Schiff ohne mindestens zwei bis drei Flaggen zu finden. Den Vietnamesen ist die Familie und die Gemeinschaft heilig und diese wird zur Not mit allem verteidigt, was man hat. Vietnam wurde in seiner Geschichte oft Jahrhunderte lang besetzt, doch keiner dieser Mächte wollte sich das Volk beugen. Schon immer pflegten die Menschen einen gesunden Widerwillen gegen fremde Mächte. Erstaulich, da hier viele unterschiedliche Volksgruppen leben.
Das Land ist erst seit 1975 vereinigt und man merkt noch deutlich den Unterschied zwischen Nord und Süd. Der Norden ist weniger westlich geprägt als der Süden, hier merkt man hingegen den chinesischen Einfluss. Ein junger Vietnamese erklärte uns, dass 90% der Vietnamesen die Chinesen hassen, da diese das Land so lange besetzt hatten. Auf die Frage, wie es mit den Amerikanern sei, schnaubte er nur, vermutlich da mehr Amis als Chinesen in dem Guesthouse absteigen, in dem er arbeitet und er daher mal lieber nichts Falsches sagt. Unser Höhlenguide erklärte, dass er froh sei, dass die USA sich an dem Auffinden und Entschärfen der Blindgänger beteilige und generell niemand mehr etwas gegen Amerikaner habe. Andererseits entschädigt die USA ihre eigenen Soldaten, die unter den Giftangriffen leiden, Vietnam bekommt nichts. Jegliche Klagen wurden abgeschmettert. Nach wie vor sind die Spuren des Krieges zu sehen, sei es durch Bombenkrater, oder dem Wissen, dass noch in weiten Teilen des Landes viel Gift im Boden ist.

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Vietnam ist das erste Land, in das wir einfliegen und einen „Kulturschock“ der anderen Art haben. Wir verbringen die ersten Tage in einer, hier in Vietnam, reich geltenden Familie mit Rundumsorglospaket. Daher lernen wir das „echte“ Vietnam erst später kennen. Was bereits zu Beginn auf uns wartet, ist wieder mal ein eindrückliches Verkehrschaos. Wenn man sich allerdings mit dem Moped selbst ins Getümmel befördert, ist es nicht mehr ganz so heftig. Eine Besonderheit am vietnamesischen Verkehr ist, dass einem immer jemand entgegen der Fahrtrichtung entgegenkommen kann, egal ob auf der vollgestopften vierspurigen Straße oder dem Feldweg. Auch auf Gehwegen ist man nicht sicher, denn wenn die Straße zu voll ist, wird dieser mitbenutzt. Auch fällt gleich auf, dass die Vietnamesen diese runden spitzen Hüte lieben, die man sofort mit Asien in Verbindung bringt. Hin und wieder dienen sie auch als Helmersatz. Zudem hängen die Menschen hier gerne in Hängematten rum, egal ob bei der Arbeit (Nationalparkwächter) oder einfach so vor dem Haus.

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Grundsätzlich begegnen uns wieder super freundliche, offene und hilfsbereite Menschen, völlig egal, ob wir die selbe Sprache sprechen, oder nicht. Ob man uns mit dem Moped vorrausfährt oder uns eine Quallenschlachterei erklärt, zum Karaoke ins Wohnzimmer einlädt oder einfach nur gemeinsam eingepfercht in einem Transportmittel steckt, ist alles entspannt. Vielleicht trägt hier der „Kaffeekurzvorherzstillstand“ dazubei. Der typisch vietnamesische Kaffee ist saustark und mit süßer Kondensmilch und Eiswürfeln ausgesprochen lecker, da trinkt sogar Oli mit.

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A propos Karaoke, dieser Leidenschaft wird hier lautstark und öffentlich gefröhnt, natürlich ist es völlig egal, ob man singen kann oder nicht. Am Wochenende kann schon mal aus jedem dritten Haus die Musik schallen und auch, dass eine Familie am Sonntagabend bis weit nach zehn das komplette Dorf beschallt, scheint niemanden zu stören. Das Leben findet meist öffentlich statt, da der Wohnbereich oft auch den Laden beinhaltet. Manchmal ist auch der Schlafplatz dort integriert.
Hin und wieder fallen mir Frauen auf, die ihren kompletten Körper bedecken, also nicht nur langärmlige Sachen tragen, sondern auch Handschuhe und Socken bei 30 Grad anhaben. Dies rührt daher, dass hellhäutig ein Zeichen von Wohlstand ist, man muss nicht auf dem Feld arbeiten. Männer, die dies zeigen wollen, tragen lange Fingernägel. Am Abend sieht man hin und wieder (ältere) Menschen, die im Schlafanzug auf der Straße unterwegs sind.
Vienamesen scheinen Bonsais zu lieben. Überall sieht man wunderschöne Bäumchen stehen, oft auch neben ihren großen Geschwistern. Und sie stehen nicht nur auf kleine Bäumchen, sondern auch auf kleine Stühlchen und Tischchen, zu finden in jedem Café oder Straßenrestaurant. Da freut sich der Oli und faltet sich auf dem Stühlchen zusammen.

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Der Glaube an die Geisterwelt und die Verehrung der Ahnen ist tief verwurzelt. In jedem Haus steht mindestens ein Altar, in manchen drei. Einer zur Ahnenverehrung und deren Gedenken, (manchmal in diesen integriert) der zu Ehrung des Erd- bzw. Hausgeistes und einer für den Küchengeist. Letzterer befindet sich natürlich erhöht in der Küche. Es werden grundsätzlich praktische Dinge geopfert, die die Verstorbenen benötigen um nicht Hunger oder Durst zu leiden. Also: Cola, Red Bull, Bier, Schnaps, Zigaretten, Obst und zu den Todestagen auch andere Speisen. Nach einer angemessenen Zeit werden die Lebensmittel wieder entfernt und verzehrt. Zum Tet Fest, was hier das Neujahrsfest ist, gibt es tagelang viel Essen und viel Alkohol. Das Land bereitet sich wochenlang darauf vor und die Preise steigen immer mehr. Traditionell wird vieles mit Blumen, überwiegend gelben, geschmückt und am Neujahrstag selbst ist es wichtig, sich an einige Gepflogenheiten zu halten (zumindest, wenn man davon weiß). So sollte man z.B. nicht die Farben weiß, schwarz oder grau tragen. Auch ist wichtig, wer als erster im neuen Jahr zu Besuch kommt oder wie das erste Geschäft verläuft, bzw. einfach alles ist wegweisend für das komplette Jahr, daher versucht man dies weitmöglichst positiv zu beeinflussen.

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Heute hier, morgen dort

Gerade sitzen wir noch in Hanoi und lassen die Eindrücke der vietnamesischen Hauptstadt auf uns wirken, einen Tag später sitzen wir in einem verschlafenen Dörfchen in Laos und beobachten, wie der Fluss friedlich an unserer Hütte vorbeifließt. Dazwischen liegen 24 Stunden abenteuerliche Reise (die Bilder und Special Features sind auch aktualisiert).

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Wir wurden ja vor den ganz besonderen Busreisen in Südostasien gewarnt, wir wollten es ja trotzdem selbst erleben, wir wollten es ja nicht anders – selber schuld! Der Sleeperbus von Hanoi nach Dien Bien war eigentlich sehr komfortabel, er hatte sogar Wifi. Lediglich die Tatsache, dass er gleichzeitig als Möbeltransporter benutzt wurde, war gewöhnungsbedürftig. So lagen hinter uns eben keine Menschen, sondern eine Sofakombination und diverse Schränkchen. Beim morgendlichen Umsteigen in den Bus, der uns über die Grenze nach Muang Khua bringen sollte, erwischte es uns dafür umso härter. Wir waren die Ersten im Bus, suchten uns also schöne Plätze aus, schön weit vorne, damit es Ute nicht schlecht würde. Wir warteten und warteten, der Bus füllte sich mehr und mehr. Die ersten Transportgüter wurden im Innenraum deponiert, die ersten Passagiere fanden keinen Sitzplatz mehr. Mittlerweile waren etwa 40 Personen im 28-Sitzer-Bus. Dann fragte der Fahrer, wohin die Gäste denn wollten. Lediglich drei Personen (neben uns noch ein Schweizer mit gebrochenem Finger und Zehen) wollten nach Muang Khua, was ungefähr 9 Stunden Fahrt bedeutete. Der Rest wollte nach Luang Prabang, weitere 5 Stunden Fahrt. Der Fahrer bedeutete uns, auszusteigen, wir gehorchten. Blöder Fehler! Als etwa 50 Personen im Bus waren, durften wir auch wieder rein. Wer braucht bei 9 Stunden Fahrt schon einen Sitzplatz! Los ging die kuschelige Fahrt. Auf den etwa zehnten Hinweis von Fahrgästen und Passanten, befand auch der Fahrer, dass sein Vorderreifen kaputt war. Wir suchten also noch kurzerhand eine Werkstatt auf, die den Reifen irgendwie wieder richtete. Endlich hatten wir auch die Maximalkapazität des Busses erreicht – 57 Personen und einige Tonnen Gepäck!

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An der Grenze nach 4 Stunden Reisezeit durften wir zum ersten Mal aussteigen, wie herrlich. Vietnam verließen wir noch vor der Mittagspause, am laotischen Grenzposten kamen wir leider erst um kurz nach zwölf an – also machten wir eben auch wie die Grenzbeamten bis um eins Pause, immerhin nicht im Bus! Dann gab es einen Crashkurs in laotischer Gebührenordnung. Man bezahle zunächst die Visumsgebühr, dann die Visumsbearbeitungsgebühr, dann die Tourismusabgabegebühr, dann die Stempelgebühr. Dafür gehe man zu vier verschiedenen Beamten an vier verschiedenen Fenstern. Zum Schluss hat man seinen Pass wieder und irgendwie den Eindruck, ein wenig abgezockt worden zu sein.
Die nächsten Stunden vergingen, erneut stehend, nun bei Mittagshitze, auch irgendwie und für die letzten zwei Stunden gab es endlich Sitzplätze!
Doch als Belohnung sind wir nun so richtig in Laos angekommen. Die Dörfchen Muong Khua, Muong Ngoi und Nong Khiaw sind unsere Heimat in den nächsten zehn Tagen und wir müssen echt aufpassen, dass wir hier nicht hängen bleiben. So entspannt, so wunderschön am Nam Ou Fluss gelegen, ziehen sie uns voll in ihren Bann.

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Unsere Hauptbeschäftigungen sind: essen, in der Hängematte oder in einer Bar rumliegen, im Fluss abkühlen und den Dorfbewohnern am Fluss beim Arbeiten oder den Wasserbüffeln beim Baden zusehen. Wobei wir uns auch mal aufraffen, das Hinterland zu Fuß oder mit den Rädern zu erkunden. Doch auch in dieser wunderschönen Landschaft bei freundlichen Menschen um uns herum, zeigen sich die Überbleibsel des Krieges. In den Dörfern werden die Bombenhüllen zur Deko oder als Sitzgelgenheit genutzt – ein komisches Gefühl.
Laos zeigt sich uns bisher als das entspannteste Land unserer Reise. Mal schauen, ob es so bleibt…

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…und übrigens, Seba hat sich trotz unseren Überredungskünsten dafür entschieden, wie geplant nach Deutschland zurück zu kehren – was für eine leichtfertige Entscheidung! Zuvor haben wir jedoch noch Hanoi miteinander entdeckt. Etwas überrascht hat uns die Verschiedenheit von Ho Chi Minh Stadt und Hanoi, das wesentlich weniger westlich geprägt ist. Die Altstadt, die wir unter anderem bei einer megaleckeren Food-on-foot-Tour durchstreift haben, zeigt einen ganz besonderen Charme. In den Straßen und Gassen scheint das Leben seit Jahzehnten im gleichen Rhythmus zu schlagen und es macht großen Spaß, sich hier ein wenig zu verirren.
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Sitting at the dock of the bay

Gastbeitrag von SZ

2 Monate reger WhatsApp Austausch, 4 Wochen auf 2 unterschiedlichen Routen, 10h Sleeping-Bus bzw. ein Flug mit 4h Verspätung sowie ein Taxi für 10 €/km (siehe Special Features, Szene 16) hat es gebraucht, damit die temporäre Reisegruppe zur Bai Tu Long Bucht endlich am 06.03. um 9.00 Uhr am Busbahnhof in Hanoi zusammenfindet.

Erste gemeinsame Entscheidung: Bus statt Frühstück. Gibt ja in 1h schon den ersten Stopp – scheint allerdings nicht ab Fahrtbeginn zu gelten. Cai Rong, Inselstädtchen in der Bucht ist nach 6h Fahrzeit erreicht, sind ja auch 150km. Zudem muss immer eine Getriebereparatur auf der Strecke eingelegt werden.

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Der Ort ist keine Schönheit, eine Unterkunft am Hafen mit Blick auf die wilden Gesteinsinsel birgt jedoch ausreichend Charme. Unsere Wunschlocation zum Abendessen ist schnell vor der Küste ausgemacht. Ein paar Runden lustiges Fingerzeigen mit den Einheimischen verschafft uns dann auch die Fahrt im Ruderboot einer alten Frau. Zuvor beschließt Oli allerdings noch, eine Waschmaschine zu kaufen.

Speisen werden in lokalen Gaststätten selbstverständlich nicht anhand einer Speisekarte, sondern mit einem Käscher ausgewählt. Da man pro kg bezahlt, nehmen wir Riesenkalamar, da ist brutto gleich netto. Zurück zum Festland (nach hitziger Debatte als solches ernannt) geht’s mit dem hauseigenen Boot.

Für den nächsten Tag arrangieren wir dann eine Bootsbesichtigung für eine Buchttour, das Boot ist aber eher ein Fischkutter und der Preis nicht budgetgerecht. Eine Alternative findet sich schnell, Ruderboot mit Frau. 4h rudert uns die zierliche Frau gegen die Strömung durch schwimmende Behausungen und um Inseln. Wir besteigen Aussichtspunkte und besichtigen eine Höhle auf einer Insel, die mal Touristenattraktion werden soll oder sollte (nicht ganz eindeutig) und versuchen uns auch mal am sonderbaren Ruderstil.

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Nächstes Ziel ist Quan Lan, äußerste Insel in der Bucht, die Fähre dorthin geht früh um 7 Uhr, schlafen bis 6.40 Uhr für manche daher selbstverständlich. Die Insellandschaft lässt sich auf der Fahrt nochmal auf ganz andere Weise erkunden und im Morgendunst erscheint Sie zudem in mystischer Atmosphäre. Zeit bleibt zudem darüber zu fachsimpeln, ob wir nun schon auf offenem Meer sind und wie die unterschiedlichen Farben von Wasser zustande kommen bzw. wie man davon auf die Tiefe schließen kann.

Quan Lan, in unseren Köpfen Insel mit kleinen Fischerdörfchen am Strand voller kleiner Restaurants mit Meerblick, ist auf den ersten Blick nichts von alledem. Erscheint eher wie einst als Urlaubsinsel für westliche Touris auserkoren und dann nach ausbleibendem Andrang zum dahinvegetieren verurteilt und von Investoren verlassen.
Unterkunft bietet eigentlich gefühlt jedes 2. Haus,  Essen gibt’s nur vereinzelt und so spielen wir zur Nahrungsaufnahme die nächsten 2 Tage 1, 2 oder 3. Ein Strand mit Muschelsucherinnen und Möglichkeit zur Landart findet sich bei einer kleinen Wanderung schnell und zeigt die rohe Schönheit der Insel auf.

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Eine ausführliche Erkundung der Insel am nächsten Tag führt uns zur scheinbar ausgedienten Verladerampe, an der die hiesigen Seeleute mit 3 rostigen Tankern Einparkmanöver trainieren. Am anderen Ende der Insel treffen wir auf ein Flotte aus Bambus-Styropor-Booten, deren Bestimmung sich erschließt, als wir hinter einem unscheinbaren Haus auf eine Quallen-Schlachterei stoßen. Unmengen von Quallen werden hier in Einzelteile zerlegt und in großen Bottichen verrührt. Nach einer Runde Schnaps und Tee mit dem Vorarbeiter erfahren wir, dass diese wohl zum Verzehr nach China verschifft werden. Voll mit interessanten Eindrücken können wir also am nächsten Tag die Insel Richtung Hanoi wieder verlassen.

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Früh aufstehen gehört zum Inselalltag, denn die Fähre nach Ha Long geht wieder um 7. Lustige Inselomas, die uns mit Frühstück versorgen, später lieber rückwärts vespern und im Gegenzug Wasser einfordern gehören zum Inventar des Bootes und leuten die letzte Etappe der Reisegruppe ein.

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Out of the dark

Die letzten Tage waren geprägt von viel Dunkelheit, sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinn.

Wir fuhren durch die sogenannte Demilitarisierte Zone, die im Vietnamkrieg am stärksten umkämpfte Region. Und hier wird immer wieder sichtbar, was für ein Wahnsinn sich in diesem Land abgespielt hat. Man fährt durch flaches Land mit Reisfeldern und vielen Wasserlöchern. Blöd nur, dass die Wasserlöcher Bombenkrater sind und hier vor dem Einsatz von Napalm und Agent Orange dichter Urwald war.

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Ansonsten gibt es eine große Friedhofsdichte, viel mehr Spätfolgen des Krieges sind zumindest nicht mehr sichtbar. Allerdings lauern unsichtbar noch etwa 8000 Tonnen amerikanischer Bomben, die im Krieg nicht hochgegangen sind. Unter der Erde besuchen wir die Vinh Moc Tunnels, in denen in den Kriegsjahren bis zu 600 Menschen lebten. Unvorstellbar,  wie man es mit so vielen Leuten über Jahre in Dreckhöhlen aushalten kann, in denen man (zumindest mit meiner Größe) fast nie aufrecht stehen kann. Mir reichen schon knapp zwei Stunden unter Tage, um völlig fertig wieder ins Licht zu treten.
Etwas weiter im Norden, im Phong Nha Ke Bang Nationalpark, erkunden wir ganz andere Höhlen. In dieser Region gibt es die längsten und größten Tropfsteinhöhlen der Welt. Manche sind hübsch touristisch erschlossen und illuminiert, eine andere erreichen wir mit einer geführten 2-Tages-Tour nach einem mehrstündigen Marsch durch den Urwald. Dabei durchqueren wir unberührte Landschaft, ein kleines Dörfchen und viele Flüsse in unseren schicken Army-Chucks.

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Wir sind so begeistert von dieser Welt unter Tage, dass wir alles erkunden, was sich in der Zeit und mit unserem Budget erkunden lässt. Die Bildergalerie zeigt ein paar Eindrücke dieser Märchenwelt. So unterschiedlich können die Empfindungen in Höhlen sein, zwischen Beklemmung und Begeisterung. Und immer wieder ist es ein ganz besonderes Gefühl, „into the light“ zu kommen.
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On the road again

Wir haben es geschafft, uns wieder loszureißen und Ho Chi Minh Stadt und vor allem der lieben Verwandtschaft „Tschüß“ zu sagen. Sie haben es uns aber wirklich nicht leicht gemacht!

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Vor unserer Weiterreise haben wir Saigon mit dem Roller erkundet – ein besonders spannendes Abenteuer. Zuerst sollte man alle Verkehrsregeln vergessen, die man je gelernt hat, und einfach das tun, was die anderen auch machen. Wie in den meisten anderen asiatischen Großstädten, stehen hier Ampeln eigentlich nur als bunte Ersatzstraßenlaternen rum. Mit dem Roller fährt man wie in einem Fischschwarm durch die Straßen.  Blöd wird es nur, wenn man den Schwarm verlassen will.

Mit dem Nachtzug sind wir nun in Hoi An, in Zentralvietnam, angekommen. Ein Städtchen, das sich seit fast 200 Jahren nicht mehr verändert hat und deshalb sehr schmuck an der Mündung eines Flusses ins Meer liegt. In der Altstadt herrscht quirliges, vom Tourismus und von der Textilwirtschaft geprägtes Leben – und das auto- und motorradfrei. Ein Traum für alle Rumhäng- und Shoppingbegeisterten! Untermalt wird das Ganze durch sanfte Fahrstuhlmusik, die von jedem Strommasten schallt.

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Wir wohnen in einem kleinen Homestay und leihen uns für zwei Tage einen Roller, um die faszinierenden Marmorberge mit ihren Grotten und Höhlen, sowie heilige Stätten der Cham-Minderheit, aus dem 9.-12. Jahrhundert zu erkunden –> Bilder.
Da wir natürlich mal wieder ein bisschen planlos durch die Gegend fahren, weil wir nicht die große Hauptstraße nehmen möchten, erleben wir die vietnamesische Herzlichkeit eines Mopedfahrers. Als wir am Straßenrand unser GPS-Gerät fragen, wo wir eigentlich gerade sind, hält er an und fragt nach unserem Ziel. Er fordert uns auf, ihm zu folgen und kurz danach heizen wir querfeldein durch Reisfelder, durch ein fast ausgetrocknetes Flussbett, um etwa 15 Minuten später wieder auf eine Straße zu treffen, an der er sich von uns verabschiedet. Ab hier ist der Weg nach My Son, unserem Ziel, nämlich ausgeschildert.

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Unser Weg führt uns nun weiter nach Norden, in den Ke Ban Nationalpark, der voller Höhlen ist, unter anderem gibt es dort die größte Trockenhöhle der Welt. Die müssen wir natürlich erkunden…
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I fahr Daimler

Jetzt sind wir nach einem kurzen Stopover in Hong Kong (siehe Bilder) bei Cousin Dirk in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam angekommen. Und ganz standesgemäß werden wir im fetten, schwarzen Daimler abgeholt. So lässt es sich auch Mal ganz entspannt rumfahren, anstelle von Bussen oder Tuktuks.
Es ist richtig schön, nach so langer Zeit in einem richtigen Zuhause zu sein. Wir genießen es, zu kochen, an den Kühlschrank zu gehen und uns zu bedienen, und natürlich den Familienanschluss. Wir werden herzlich empfangen und umsorgt, durch die Stadt gekurvt und uns fehlt es an Nichts. Da kann man sich mit dem Pläne machen schon mal ein bisschen Zeit lassen…
Im Museum der Kriegsverbrechen wird uns schonungslos vor Augen geführt, was dieses Land als Spielball zwischen Kommunismus und Kapitalismus, zwischen Ost und West, erleiden musste und mit welcher Unmenschlichkeit hier Chemiewaffen eingesetzt wurden. Da schnürt es einem den Atem ab.

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Da gerade wegen dem Tet-Fest (Neujahr und Rückkehr des Küchengottes in den Himmel) Ferien in Vietnam sind, folgen wir Dirk und seinen Mädels dorthin, wo der Pfeffer wächst, auf die Insel Phu Quoc für ein paar Tage Familienurlaub. Und da wir uns an Sonne, Strand und Meer in Indien so gut gewöhnt haben, genießen wir dieses Programm auch in Vietnam bei Ausflügen mit dem Roller, Beachvolleyball und Badespaß an Traumstränden.

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Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.